Archiv für Mai 2018

Auch Wildschweine können malen – Bericht zur Erlebnisklassenfahrt der Klasse 4

„Dem Lebensraum Wald auf der Spur“ war das Thema unseres Projektes, dessen Höhepunkt eine Klassenfahrt zum Waldpädagogikzentrum nach Hahnhorst bildete. Gemeinsam mit der Klasse 2 der Grundschule am Speckenbach aus Siedenburg und ihren Lehrkräften Frau Rathkamp und Frau Ahrens machten wir (die Klasse 4 mit Frau Kottner und Frau Bultmann) uns am Mittwoch, den 23.5.2018, für drei Tage auf den Weg in den Wald.

Beide Klassen waren im Vorfeld ganz aufgeregt und neugierig zum einen auf das, was sie vor Ort erwartet, zum anderen aber auch auf die jeweils andere Klasse. Also haben die Klassen sich im Vorfeld Briefe geschrieben und Fotos geschickt, was die Kinder noch mehr neugierig werden ließ. Im Bus beäugten sich die beiden Klassen noch mit etwas Abstand, aber im WPZ war das Eis dann gebrochen und alle lernten sich schnell kennen. Einige Zimmer waren klassengemischt aufgeteilt und schnell wurde sich gegenseitig geholfen – Betten zu beziehen ist ja gar nicht so einfach.

Gestärkt nach dem Mittagessen und einer kurzen Pause führte uns der Förster Marcus Hoffmann am Nachmittag des ersten Tages durch den Wald. Wir mussten dabei vier Dinge von verschiedenen Tieren finden: Das waren ein Dachsschädel, ein ausgestopfter Frischling, ein Horn einer Ziege und ein Geweih eines Rehbocks.
Herr Hoffmann erzählte uns dann etwas über diese Tiere, z.B. dass das Geweih der Rehböcke nachwächst, dass nur die jungen Wildschweine ein mittelbraunes gestreiftes Fellkleid tragen und dass Dachse nachtaktive Tiere sind.
Wir haben Rehspuren entdeckt, Dachsbauten gefunden und einige von uns sind fast in einer Wildschweinsuhle stecken geblieben. Besonders interessant fanden wir, dass Wildschweine nach ihrem Schlammbad gerne „malen“, d.h. sie scheuern sich intensiv an Bäumen. Das sind sogenannte Malbäume. Zum Schluss durften wir noch auf einen Hochsitz klettern und die Aussicht eines Jägers genießen.

Damit uns die Kinder und Lehrerinnen aus Siedenburg und das Personal des Waldpädagogikzentrums mit Namen ansprechen konnten, gab es am Nachmittag noch das Angebot, ein Namensschild aus einer kleinen Holzscheibe zu gestalten. Das Arbeiten mit dem Brennpeter hat richtig Spaß gemacht und wir haben ein schönes Andenken an unsere Klassenfahrt.

Täglich wurden immer vier Kinder zum Küchendienst eingeteilt. Wir mussten die Tische auf- und abdecken, das Geschirr spülen, den Essenssaal fegen und die Stühle wieder richtig an die Tische stellen. Für insgesamt 37 Personen ist man dann richtig lange beschäftigt.

 

Nach dem Abendessen saßen wir gemütlich am Lagerfeuer und machten Stockbrot.

Am nächsten Morgen ging es nach dem Frühstück zum Arbeitseinsatz in den Wald. Hier haben wir wichtige Aufgaben zur Pflege und Erhaltung des Waldes erledigt. Wir haben uns in vier Gruppen aufgeteilt und erledigten verschiedene Arbeiten unter Anleitung der Waldarbeiter:
⁃ Sträucher zurückschneiden am Tümpel
⁃ Holz stapeln und Wände für einen Hochsitz bauen
⁃ den Schafsstall ausmisten
⁃ Farn zurückschneiden und die Wasserrinne reinigen.

Diese Arbeiten waren zwar etwas anstrengend, aber am Schluss waren alle stolz auf ihr Ergebnis.

Am Nachmittag ging es zunächst wieder in den Wald. Dort haben wir Stöcke gesammelt und durften schnitzen. Im Anschluss haben wir bei der Gewässeruntersuchung an dem Tümpel viel gelernt. Ganz vorsichtig durften wir unter Anleitung von Herrn Hoffmann mit Keschern einige Tiere fangen, diese betrachten und gemeinsam bestimmen.

Dabei lernten wir folgende Tiere kennen: Köcherfliegenlarven, Libellenlarven, Teichfrösche, Molche, Schlamm-Schnecken, Ruderwanzen, Wasserläufer, Käferlarven, Rückenschwimmer und Mückenlarven – um nur einige zu nennen.
Wir erfuhren, dass im Tümpel keine Fische leben, weil dieser im Sommer austrocknet. Hier gibt es nur Amphibien und Insekten, die sich verwandeln und/oder auch an Land leben können.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zum Glück mussten wir nicht nur arbeiten, zwischendurch hatten wir immer wieder Zeit für uns und konnten das tolle Außengelände ausnutzen. Das Highlight war natürlich die Seilbahn, aber auch die Lore und das Fußballfeld waren stets in Bewegung. Auch im Haus hatten wir unseren Spaß. Die Tischtennisplatte und der Kicker in der Halle waren stets belegt. Außerdem haben wir es auch immer wieder genossen, Zeit auf unseren Zimmern zu verbringen, um die jeweils andere Klasse noch besser kennen zu lernen.

Zum Abschluss des Tages unternahmen wir noch eine Nachtwanderung. Herr Hoffmann und Samantha, das ist eine Mitarbeiterin im Freiwilligen Ökologischen Jahr, hatten im Vorfeld dazu einige Aktionen und Spiele vorbereitet. So machten wir beispielsweise eine Hörübung zu den Geräuschen im Wald (sehr erschreckend, dass man mitten im Wald noch immer mechanische Geräusche der Menschen hört, wie beispielsweise Flugzeuge oder Züge), durchliefen einen Blindparcours am Seil und spielten das Fangspiel „Fledermaus und Motte“. Zum Glück durften einige von uns zwischendurch ein paar Kerzen anzünden, denn es war schon ganz schön dunkel und auch etwas gruselig geworden im Wald.

Nach diesem erlebnisreichen und anstrengenden Tag fielen wir alle ziemlich müde ins Bett.

Am dritten Tag unserer Erlebnisklassenfahrt mussten wir schon nach dem Frühstück unsere Zimmer aufräumen und die Koffer packen, denn es hieß schon wieder Abschied nehmen. Gerne wären wir noch länger geblieben, doch auch in dieser kurzen Zeit haben wir den Wald durch vielfältige erlebnisorientierte Aktivitäten als ganz besonderen schützenswerten Erfahrungs- und Lebensraum kennengelernt. Und auch die Klasse 2a aus Siedenburg wird uns in guter Erinnerung bleiben, denn die Fahrt mit ihnen zusammen hat uns viel Spaß gemacht und wir haben neue Freunde und Freundinnen gewonnen.

 

 

Bedanken möchten wir uns auch bei der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung, die dieses Projekt  durch Finanzmittel zur Hälfte gefördert hat.